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Theorie & Praxis

Was ist die Praxis?

Unter Praxis versteht man im Allgemeinen die praktische Anwendung von (theoretischem) Wissen. Das Wort stammt aus dem Griechischen und wird normalerweise nur in der Einzahl (Singular) verwendet. Es sei denn, man spricht von den Tätigkeitsräumen eines Arztes, welche ebenfalls aus Praxis (Plural: Praxen) bezeichnet werden. Aus der Praxis entwickelt sich die Erfahrung, die auf der längeren Ausübung einer Tätigkeit beruht.

Wie unterscheidet sie sich von der Theorie?

Ein sehr einfaches, typisches Beispiel ist das Erlernen des Fahrradfahrens. Vermutlich wird sich kein Kind damit zufrieden geben, nur theoretisch zu wissen, wie man Fahrrad fährt.

Ohne die Anwendung des Wissens ist die Theorie in diesem Fall relativ unnütz. Erst durch Probieren und Erfahrung wird das Wissen zur Praxis. Dabei muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen.

Das Wissen fängt im Kopf an, und wird bei der Ausführung an die ausführenden Körperteile – in diesem Fall die Gliedmaßen bzw. Hände und Füße – weitergeleitet.

Ein anderes Beispiel wäre das Erlernen des Klavierspiels. Auch hier nützt es nicht viel, nur theoretisch zu wissen, wie man (richtig) Klavier spielt. Die Töne entstehen erst durch den Druck der Finger auf die Tasten.

Das Erlernen des Klavierspielens ist in Theorie und Praxis sehr unterschiedlich

Das Erlernen des Klavierspielens ist in Theorie und Praxis sehr unterschiedlich

Wie hängen Theorie und Praxis zusammen?

Im Idealfall ergänzen sich Theorie und Praxis. Diese Erkenntnis findet man in vielen Bereichen. Sie spiegelt sich auch in der zunehmenden Anzahl von sogenannten „dualen Studiengängen“ wieder. Die reine Theorie soll durch praktische Anwendungen ergänzt werden.

Wenn das Wissen nur im Kopf bleibt, hat es keinen großen Nutzen. Dabei spielen auch die Wesenszüge des Menschen eine Rolle. Ein phlegmatischer Mensch wird sich mit der Praxis eher schwer tun, während ein cholerischer Mensch die Praxis wohl eher überstürzt und vielleicht weniger sorgfältig angehen wird. Und ein Pragmatiker wird immer pragmatisch handeln und die Dinge seiner Nützlichkeit nach beurteilen.

Aber auch die Praxis ist nicht viel wert ohne die theoretischen Ansätze und kann unter Umständen zu falscher Technik oder (beim Sport) zu Verletzungen führen. Deswegen sollte immer auf ein Gleichgewicht zwischen Beiden geachtet werden.