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Was ist pragmatisch?

Wenn ein Mensch pragmatisch genannt wird, dann zeichnet ihn nach der allgemeinen Definition vor allem gesunder Menschenverstand und ein Blick für das Machbare aus. Pragmatisch ist jemand auch dann, wenn er über einen guten Geschäftssinn und gleichzeitig über Flexibilität im Denken und Handeln verfügt.

Das Wort pragmatisch stammt vom griechischen Wort “Pragma” und bedeutet Handlung oder Sache. Was immer ein Pragmatiker tut, er lässt sich von den tatsächlichen Gegebenheiten leiten, pocht nicht auf Grundsätze und unverrückbare Prinzipien.

Pragmatisch zu sein ist in der Wahrnehmung der meisten Menschen eine positive Charaktereigenschaft. Oft hilft es bei Alltagsproblemen, wenn jemand in der Lage ist, eine Situation nüchtern zu überdenken und dann eine vernünftige Lösung zu finden, ohne ideologisch oder dogmatisch vorzugehen.

Wenn jemand pragmatisch ist, kann er eine Situation nüchtern überdenken und dann eine vernünftige Lösung finden

Wenn jemand pragmatisch ist, kann er eine Situation nüchtern überdenken und dann eine vernünftige Lösung finden

Das Handeln ist in dem Fall wichtiger als das Denken und Fühlen. Trotzdem ist es nicht immer positiv, pragmatisch zu handeln. Gerade in der Politik und Gesellschaft kann nicht immer nur nach “Nützlichkeit” und pragmatisch entschieden werden. Täte man das, gäbe es keine Visionen, keine Utopien, keine rein ethischen Entscheidungen, keine Ideale, für die es zu streiten lohnt und kein Scheitern einer großen Idee, die den Weg für Neues freigibt. Pragmatisches Handeln erreicht genau an dieser Stelle seine Grenzen in Theorie und Praxis.

In der Philosophie ist der Pragmatismus eine Denkrichtung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Amerika entstand und deren Väter Charles Peirce, William James und John Dewey sind.

Diese Denkrichtung geht davon aus, dass auch das Philosophieren und Reflektieren Lebens-praktisch sein muss und beschäftigt sich vor allem damit, welchen Nutzen Handlungen und Ideen etc. haben.

Alle Urteile, Vorstellungen, Anschauungen und Begriffe handelnder Menschen sollen sich als Regeln für das Tätigsein erweisen. Im Sinne dieser philosophischen Strömung muss das gesamte intellektuelle Schaffen immer wieder an der realen Welt gemessen werden und sich dort als nützlich und praktikabel erweisen.

Das verlangt auf der einen Seite eine große persönliche Verantwortungsbereitschaft und auf der anderen Seite immer neue Regularien, die das Zusammenleben der Menschen ordnen. Auch die Wahrheit wird dabei zum Kriterium der Nützlichkeit, oder wie der Philosoph James es ausdrückte: “Eine Vorstellung ist wahr, solange es für unser Leben nützlich ist, sie zu glauben”.